denk ich mir in meinem jugendlichen Leichtsinn...
Mir wurden drei Touren zur Auswahl gestellt und entschieden habe ich mich für die längste. Von nichts kommt nichts und wie gesagt: beim dritten Mal kann ja wohl nichts mehr schief gehen!
Denkste...
Aber hier erst einmal die Tourdaten:
Soweit alles im grünen Bereich und auch nicht wirklich dramatischer als die letzten beiden Touren.
Allerdings waren die „Vorzeichen“ dieses Mal etwas schlechter. Zwei Tage vor der Wanderung habe ich mir einen Nerv im Rücken eingeklemmt, was nicht wirklich besser werden wollte, und meine Begleitung war am Tag vorher schon 20 km Wandern und hatte das noch „in den Knochen“.
Aber hilft ja alles nichts, hier wird durchgezogen!
Auf der Hinfahrt wurden wir schon von Nebel begrüßt – viel Aussicht wird es heute also vermutlich nicht geben.
Am Startpunkt angekommen (in dieses Auto ein- und auszusteigen ist kein großer Spaß mit „Rücken“) waren wir aber wirklich top motiviert und haben uns schon sehr auf den Tag gefreut. Also, Ausrüstung auf den protestierenden Körper gepackt und Abfahrt…
Nach circa anderthalb Kilometern hat dann das erste Mal die Blase gedrückt und ein Baum musste her… Die Auswahl war zu dem Zeitpunkt aber eher eingeschränkt…
War nicht so einfach, hier meinen Hintern vor der Öffentlichkeit zu verstecken…
Nach den ersten Steigungen war die Luft scheinbar sehr dünn – zumindest musste ich ziemlich schnaufen um atmen zu können… (so viel zur Routine beim dritten Mal)
Belohnt wurden wir dann aber mit der ersten (nebligen) Aussicht.
Beim Aufstieg zur Ruine Weißenstein haben wir den idealen Platz fürs trockene Campen gefunden. Außerdem waren alle Bäume voll mit Spinnweben, in denen der Tau hing. Das lies sich leider nicht so gut einfangen – an der Fotoausrüstung muss noch gearbeitet werden!
Die Ruine ist wirklich beindruckend. Nicht, weil sie so groß oder imposant ist. Mich hat die Bauweise beeindruckt, da die eigentliche Burg perfekt in die vorhandene Felslandschaft eingefügt wurde. Vom Turm aus (Himmel, haben mir die Beine gebrannt oben) hat man vermutlich einen echt tollen Ausblick – mit Nebel eher nicht. Schön war es trotzdem und wir wurden oben auch mit ein bisschen Sonne belohnt!
Nach einer kurzen Rast ging es weiter in Richtung Oberpfalzturm. Da es immer noch weiter hinauf ging, hing der Nebel immer tiefer und es sind ein paar schöne Aufnahmen auf dem Weg entstanden. Die Aussicht vom Oberpfalzturm (noch mehr Stufen, noch mehr brennende Beine…) war entsprechend wieder stark eingeschränkt aber trotzdem lohnenswert. Diese Tour wird aber auf jeden Fall abgespeichert unter „im Frühling nochmal machen!“.
Auch hier war wieder eine kurze Rast notwendig („ich spüre meine Beine nicht mehr, lass mich zurück…“), aber dann ging es frisch, ausgeruht und top motiviert weiter.
Nachdem wir (auch auf den letzten Wanderungen) regelmäßig an den lustigen Geschicklichkeitsspielen vorbeigelaufen sind OHNE uns selber dort zu verewigen, wollten wir es dieses Mal besser machen. Einmal das Vorher- und das Nachherbild.
Nach einigen weiteren gestapelten Steintürmchen sind wir am „Pilzhaus“ angekommen. Im Prinzip ist es nur eine überdachte Rastmöglichkeit, aber das Dach ist komplett mit Gras und stellenweise eben auch Pilzen bewachsen. Und wenn sich eine Rastmöglichkeit so schön anbietet, dann muss man sie natürlich auch nutzen.
Nach der Rast ging es eine ganze Weile weiter durch den Wald, hier ein paar Impressionen von Wald, Pilzen, Felsen …
Nach einer längeren Zeit im Wald, ohne andere Menschen zu sehen, sind wir irgendwann doch wieder in der Zivilisation gelandet. Hier haben wir dann sofort versucht wieder Kontakt zu anderen Lebewesen aufzubauen.
Die Pferde waren komplett uninteressiert und haben sich nicht einmal dazu herabgelassen, sich ansatzweise zu bewegen… Die Esel waren schon deutlich neugieriger (einer hat uns zur Begrüßung auch ganz ordentlich angebrüllt), haben sich aber auch nicht wirklich nahe herangetraut – scheinbar kommen die anderen Wanderer sonst nicht auf die Idee, sich ihnen zu nähern.
Dafür haben wir aber eine andere neue Freundin fürs Leben getroffen.
Die Kleine lebt zusammen mit ihren Geschwistern und den Eseln auf einem Hof und hat uns schon beobachtet, als wir noch bei den Eseln waren. Irgendwann hat sie scheinbar genug Mut aufgebracht um zu uns zu kommen – und dann war es um alle geschehen. Wir wollten sie nicht mehr hergeben und sie uns nicht mehr gehen lassen. Als wir uns irgendwann doch trennen konnten, ist sie uns noch ein kurzes Stück des Weges hinterher gelaufen. Bei der Trennung sind mit Sicherheit drei Herzchen ein bisschen gebrochen…
Dieser hochdramatische und -emotionale Zwischenstopp hat uns ein bisschen Zeit gekostet, weswegen wir uns dann ein bisschen beeilen mussten. Weiter ging es durch den Wald und über Felder in Richtung Start/Zielpunkt. Ganz im Hellen haben wir es nicht mehr geschafft, die letzten 45 Minuten waren ziemlich dunkel – zum Glück gibt es Stirnlampen…
Wie auch bei den letzten beiden Touren, wurden die Beine dann immer schwerer, je näher das Ziel kam. Mit dem Sightseeing und dem Suchen von neuen Bekanntschaften sind aus den ursprünglich angegebenen 20 Kilometern 22 geworden und wir haben ziemlich genau 6 Stunden gebraucht – inklusive Pausen.
Auf der Rückfahrt haben wir uns dann noch überlegt, welches Abendessen denn wohl angemessen ist, nach einem sportlich intensiven und kräftezehrenden Tag. Aus „Salat“, „Nudeln“ und ähnlichem ist dann folgendes geworden:
Zusammenfassend kann ich nur sagen: es war super! Ein toller Tag, eine tolle Tour, viel gesehen, viel geredet – alles richtig gemacht! Ich bin zufrieden und vor allem dankbar und freue mich auf das nächste Mal!
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